Kajakfreizeit – Werra Sommer 2026

Eigentlich hätte es ja ganz anders kommen sollen. Der französische Kanuverband hatte unsere Jugendgruppe zu einer gemeinsamen Freizeit nach Amiens eingeladen. Doch kurz vor den Ferien scheiterte das Projekt dann doch noch, und wir standen plötzlich ohne Jugendfreizeit da. Eine eigene Freizeit aus dem Boden stampfen gestaltete sich als doch sehr schwierig: Unsere Wassersportabteilung wurde erst vor einem Jahr gegründet und der Verein verfügte noch über keine eigenen Boote, keinen Trailer, keine Ausrüstung.

Es war auf der letzten JHV zwar schon beschlossen in diesen Bereich zu investieren, aber es waren weder Förderanträge gestellt, noch lag ein Konzept vor. Plan war, das in der zweiten, ruhigeren Jahreshälfte zu erledigen. Aber hilft ja nix, die Betreuenden hatten sich schon Urlaub genommen und die Jugendlichen ihre Sommerferien um unsere Freizeit geplant. Also haben wir innerhalb weniger Wochen Fördergelder beantragt, einen Bootstrailer gekauft und angemeldet, einen Haufen neuer und gebrauchter Kajaks gekauft und eine 5-tägige Tour auf der Werra geplant. Den Trailer holten wir zwei Tage vor Beginn der Tour vom Händler aus dem Rheinland ab und bauten ihn am gleichen Tag zusammen. Entgegen aller Erwartungen hatten wir also  Montag Morgen Boote, Paddel, Trailer, Packsäcke und Schwimmwesten und konnten (fast) pünktlich um 9:00 Uhr Richtung Kleinvach an der Werra aufbrechen.

Ob unser ganzes Gepäck, die Zelte, die Verpflegung und die Küche wirklich in die schmalen Kajaks passt, war bis zum Schluss spannend. Doch wir mussten nichts zurück lassen und konnten heiter die Werra runterschippern. Unsere Tour führte uns in 5 Tagen von Kleinvach über Witzenhausen bis zum Kloster Bursfelde an der Weser. Trotz niedrigem Pegel kamen wir gut durch. Nur dass sämtliche Schleusen außer Betrieb waren, hatten wir so nicht auf dem Schirm. Das Umtragen der beladenen Kajaks ist mit einer Kinder- und Jugendgruppe doch ein anstrengendes Unterfangen.

Unsere Tour führte uns auf der Werra als Grenzfluss durch das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet, das sich mittlerweile vom Sperrgebiet zu einem Lebensraum vieler großer und kleiner Vögel gewandelt hat.

Zum ersten Mal fuhren wir auch über ein paar Stromschnellen und bekamen einen kleinen Vorgeschmack wie Wildwasser-Kajakfahren sein könnte. Wir nutzten die Freizeit außerdem, um unsere verschiedenen Boote durchzuprobieren und zu testen, mit welchen Booten wir gut zurechtkommen. 

Neben dem Spaß auf und im Wasser wurde auch viel Fußball gespielt, Eis gegessen, ins Freibad gegangen und vor allem Pferde gestreichelt. In der kältesten Nacht der Freizeit haben wir uns bei Temperaturen um die 10 Grad auch auf eine Nachtwanderung gewagt.

Auf unserer ersten mehrtägigen Ausfahrt mit dem Verein konnten die Kinder und Jugendlichen und auch die Betreuenden viele wichtige Erfahrungen sammeln, die wir in die nächsten Freizeiten einbringen werden. Ein großer Dank geht an Werner und den KC-Witzenhausen für die nette Unterkunft und die guten Ratschläge.